15. Mai 2018

Rezension: Verliere mich. Nicht.






"Verliere mich. Nicht." von Laura Kneidl

LYX

ISBN 9783736305496

12,90€ (Amazon)

Umfang: ca. 480 Seiten

ACHTUNG! BAND 2!

Inhalt:
Sage war endlich glücklich. Doch das konnte ihre Vergangenheit - Er - natürlich nicht zulassen. Nun fürchtet sich Sage nicht nur vor der Liebe, sondern auch davor, Luca zu verlieren. Um ihn zu schützen, versucht Sage ihn zu vergessen, doch das ist unmöglich. Als Luca dann plötzlich vor ihrer Tür steht und sie zurückholen möchte, bietet sich ihnen eine zweite Chance. Doch kann Sage ihn guten Gewissens lieben, wenn sie ihn damit in Gefahr bringt?

Cover:
Das Cover von Verliere mich. Nicht. gefällt mir genau so gut wie das vom ersten Band, Berühre mich. Nicht., auch wenn es nicht gut zum Inhalt des Romans passt.

Schreibstil:
Laura Kneidls Schreibstil ist einfach nur toll! Der etwas schwere Einstieg, den ich beim ersten Band noch kritisiert habe, kam hier überhaupt nicht vor. Ich kam - aufgrund des Cliffhangers am Ende des ersten Bandes - wahnsinnig gut in die Geschichte rein und durfte nahtlos erfahren, wie es mit Sage und Luca weitergeht. Dank Laura Kneidls Schreibstil fiel es mir erneut sehr leicht,mich in die Charaktere und vor allem die Protagonistin hineinzuversetzen.

Geschichte / Inhalt:
Bei dieser Kategorie muss ich immer etwas vorsichtig sein mit dem, was ich schreibe, damit ich nicht zu viel verrate. Der Cliffhanger am Ende des ersten Bandes führte endlich zu dem, worauf ich beim Lesen von Berühre mich. Nicht. die ganze Zeit gewartet habe: Die Konfrontation, dem Zusammenprall von Sages Vergangenheit und ihrer Gegenwart. Dadurch kommt es zu wahnsinnig viel Spannung, was mich natürlich gefreut hat. Da einige von euch aber vermutlich Band 1 noch nicht gelesen haben, kann ich an dieser Stelle leider nicht mehr dazu sagen. Nur Folgendes verrate ich euch: Band 2 ist genau wie Band 1 wahnsinnig schön, romantisch, tragisch und - endlich - auch spannend!

Charaktere:
An den Charakteren ändert sich nicht viel im Vergleich zum ersten Teil.
Sage verfällt anfangs wieder häufiger in ihre Angstzustände, was ihr zusammen mit der Trauer über die Trennung von Luca sehr zu schaffen macht. Sie muss sich in Verliere mich. Nicht. entscheiden, wie sehr sie Luca in ihre Vergangenheit einbeziehen möchte. Als ihr diese Entscheidung abgenommen wird, da ihre Vergangenheit auf einmal an der Wohnungstür klingelt, gerät Sages Welt aus den Fugen.
April leidet sehr unter der Trennung von Sage und ihrem Bruder Luca. Obwohl sie Sage gesagt hatte, dass sie in einem solchen Fall zu Luca halten würde, hält sie an ihrer und Sages Freundschaft fest und sorgt dafür, dass Sage sogar wieder bei ihr und Luca einziehen kann. Damit zeigt sie erneut, was für eine gute Freundin sie ist und sorgt damit dafür, dass ihr Charakter mir nach wie vor sympathisch ist.
Luca ist seit der Trennung für den Leser schwer zu durchschauen. Laura Kneidl schafft es, dass der Luca, den wir im ersten Band lieben gelernt haben, unsympathisch und mürrisch wird. Trotzdem gelang es mir schnell, hinter seine neue Fassade zu blicken und zu durchschauen, dass er Sage sehr wohl vermisst.
Die zusätzlichen Charaktere, vor allem Ihn, lasse ich in dieser Rezensuon raus, einmal aus Platz- und Zeitgründen, aber auch, um nicht zu viel zu verraten.

Fazit:
Insgesamt war ich von Verliere mich. Nicht. genauso begeistert wie von Berühre mich. Nicht. Ich kann diesen Roman also auf jeden Fall weiterempfehlen, natürlich aber nur an alle, die den ersten Band gelesen haben!

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌕 (100/100)
Gesamtpaket: 🌕 (100/100)


3. Mai 2018

Rezension: Berühre mich. Nicht.






"Berühre mich. Nicht." von Laura Kneidl

LYX

ISBN 9783736305274

12,90€ (Amazon)

Umfang:  ca. 400 Seiten

Inhalt:
Als Sage nach Nevada reist, flüchtet sie vor ihrer Vergangenheit. Hier möchte sie ein neues Leben beginnen und studieren. Doch ihre Erinnerungen lassen sie nicht los und sorgen dafür, dass sie sich beinahe jeden Tag mit ihren Ängsten konfrontiert sieht. Beispielsweise bei ihrem neuen Nebenjob in der Bibliothek, wo sie Luca kennenlernt. Mit seiner Art und seinem Aussehen wirkt er genau wie die Sorte Mann, bei der Sage vor Angst am liebsten den Raum verlassen möchte. Doch ihr eiserner Wille ermöglicht es ihr, den Job durchzuziehen und festzustellen, dass Luca keineswegs derjenige ist, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Als Sage Luca näher kennenlernt, beginnt für sie eine Achterbahnfahrt der Gefühle, denn Luca löst einerseits noch Angst in ihr aus, doch meistens kommt ein anderes Gefühl zutage, wenn sie ihm begegnet, und das ist Lust. Lust zu lieben, zu vertrauen, berührt zu werden - wäre da nicht ihre Vergangenheit und das, was diese in Sage auslöst, wenn sie berührt wird.

Cover:
Das Cover von Berühre mich. nicht. ist etwas nichtssagend, zumindest bezüglich des Inhalts des Romans. Dennoch ist es optisch ansprechend und schön gestaltet.

Schreibstil:
Berühre mich. nicht. war der erste Roman, den ich vom LYX Verlag und der Autorin Laura Kneidl gelesen habe, weswegen ich nicht so recht einzuschätzen wusste, was auf mich zu kommt. Umso erfreuter war ich, als ich den Roman schließlich gelesen habe (er stand seit November in meinem Bücherregal! Eine Schande!). Denn Laura Kneidls Schreibstil ist wahnsinnig schön. Sie schafft mit ihren Worten eine Angstblase, in der Sage lebt und in die der Leser Einblick bekommt. Leider muss ich sagen, dass der Einstieg etwas schwer war, aber sobald man in der Geschichte drin ist passt der Schreibstil der Autorin sehr gut zum Inhalt des Buches.

Geschichte / Inhalt:
Die Geschichte von Berühre mich. nicht. ist sehr ergreifend. Es handelt sich dabei nicht um eine platte Story mit starren Charakteren. Der Roman hat eine überraschende Tiefe, wofür definitiv der Inhalt und die Umsetzung des Inhalts die Gründe sind. Ich möchte nicht zu viel verraten, deshalb versuche ich, nicht ins Detail zu gehen. Sage hat eine schwierige Vergangenheit aufgrund derer sie Angst vor Männern hat. Sie rennt natürlich nicht schreiend aus dem Raum, sobald sie einen Mann erblickt, aber in ihr herrscht in einer solchen Situation Chaos. Die Autorin schafft es, die Angst, die Sage empfindet, oft durch wichtige Details noch deutlicher zu machen. Beispielsweise beobachtet Sage, wenn sie in der Nähe eines Mannes ist, seine Hände, um darauf vorbereitet zu sein, falls derjenige ihr etwas antun möchte. Durch diese Kleinigkeiten wird Sages Angst spürbar, beinahe greifbar. Allein das war für mich als Leserin sehr ergreifend. Doch dazu kommen eine Hin-und-Hergerissenheit, die Sage empfindet sobald sie Luca kennenlernt, und eine Gefühlswelt, die dem Leser teilweise Gänsehaut verschaffen. An traurigen Stellen musste ich die ein oder andere Träne verdrücken, an lustigen Stellen musste ich schmunzeln und sogar lachen. Die Achterbahn der Gefühle, die Sage durchmachen muss, macht auch der Leser des Romans durch, und das liegt an der Schwere und Tiefe der Geschichte.

Charaktere:
Der Roman beinhaltet verschiedenste Charaktere.
Sage ist die Protagonistin. Sie hat eine schwere Vergangenheit, der sie versucht zu entkommen, indem sie nach Nevada zieht. Sage ist ängstlich, ihr Selbstbewusstsein hat in der Vergangenheit sehr gelitten und dennoch besitzt sie die nötige Stärke ein neues Leben in Angriff zu nehmen und sich "durch den Tag zu boxen". Ich konnte ihre Gefühle gut nachvollziehen und mich gut in sie hineinversetzen, nicht weil ich ihre Situation kennen würde, sondern weil diese so gut beschrieben war.
April ist die erste Person, die Sage in Nevada kennenlernt, und die beiden freunden sich schnell an. Obwohl Sage sich April nicht anvertrauen kann, vertieft sich ihre Freundschaft schnell, sodass April Sage sogar bei sich wohnen lässt, nachdem der Transporter, in dem sie wohnte, ausgeraubt wurde.Mit ihren Eigenschaften, die sie zu einer tollen besten Freundin machen, war mir April natürlich sofort sympathisch.
Luca gibt Sage (ohne es zu wissen) bald nach ihrem Kennenlernen die Kraft, die sie braucht, um wieder zu sich selbst zu finden. Obwohl Sage anfangs Angst vor dem hat, den Luca augenscheinlich verkörpert, merken beide schnell, dass sie einiges gemeinsam haben und gut miteinander reden können. Als schließlich Gefühle ins Spiel kommen,wird es aber alles andere als leichter.
Neben Sage, April und Luca gibt es natürlich noch mehr Charaktere, auf die ich im Weiteren aber nicht eingehen werde. Entweder, weil es sich um Nebencharaktere handelt, oder weil ich ansonsten zu viel verraten würde.

Fazit:
Ich habe Berühre mich. nicht. VERSCHLUNGEN! Keine zwei Tage hat es gedauert, da hatte ich den Roman auch schon wieder beendet. Sages Geschichte hat mich total in ihren Bann gezogen. Fesselnd, humorvoll, romantisch, tragisch, traurig, und und und. Eine - wie bereits gesagt - Achterbahn der Gefühle! Sowohl für die Protagonistin, als auch für die LeserInnen!
Ich empfehle den ersten Band dieser Reihe all den Leseratten unter euch! Lest dieses Buch, ihr werdet es nicht bereuen!

Auch Band zwei habe ich in weniger als zwei Tagen verschlungen. Die Rezension dazu werde ich bald veröffentlichen.

Cover:🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌕 (100/100)
Gesamtpaket:  🌕 (100/100)

Da die Thematik des Romans eigentlich eine sehr ernste ist, möchte ich dazu noch etwas sagen, bevor ich meine Rezension abschließe. Vieles aus dem Buch kann wichtige Ratschläge geben für Leute, in diesem Fall speziell Mädchen und junge Frauen, die ähnliches erfahren mussten wie Sage. Ich kann mir nicht ausmalen, was manche Frauen auf der Welt durchmachen müssen, doch dieser Roman bietet einen kleinen Einblick. An diejenigen, die in der Vergangenheit (oder ganz aktuell) einen Mann in ihrem Leben haben, der euch unterdrückt / körperlich verletzt / seelisch wehtut / ...: Lasst euch nicht unterkriegen. Ihr seid tolle Persönlichkeiten, einzigartig und besonders genau so wie ihr seid. Kein Mann kann euch das nehmen. Trotzdem kann euch geholfen werden, aber nur, wenn ihr redet. Ihr seid nicht Schuld an dem, was euch passiert (ist), und es wird euch auch keiner die Schuld daran geben. Redet mir jemandem.




25. April 2018

Rezension: Die Zwerge

Zwerge, Elben, Orks - 
eine Hommage an den Herrn der Ringe




"Die Zwerge" (Teil 1) von Markus Heitz (gelesen von Johannes Steck)
Piper
ISBN 9783492700764

17,00€ (Amazon)
10,00€ / 1 Guthaben (Audible)

Umfang: 640 Seiten / 14 St. 6 Min. 

Inhalt:
Das Geborgene Land, 6234. Sonnenzyklus, Frühling. Tungdil, ein Zwerg, der unter Menschen aufgewachsen und "groß" geworden ist, bricht von Zuhause auf, um einen Auftrag seines Herren und Ziehvaters zu erfüllen. Was er nicht weiß, ist, dass er in das Abenteuer seines Lebens aufbricht - und sein Zuhause nie wieder so vorfinden wird, wie er es zurück gelassen hat. 
Tungdils größter Wunsch ist es, andere Zwerge kennenzulernen und herauszufinden, von welchem der Zwergenstämme er abstammt, wer seine Eltern sind und warum er, seit er ein Baby war, bei dem Magus Lot-Ionan groß geworden ist. Sein Wunsch erfüllt sich schneller als er erwartet hat, als er zwei seiner künftigen Gefährten, die Zwillinge, kennenlernt. Gemeinsam stürzen sie sich - mal freiwillig, mal unfreiwillig - in Gefahren, und als die Zwillinge Tungdil eröffnen, dass er ein Thronanwärter für den Thron des Großkönigs ist, begleitet er die beiden ins Reich der Fünften.
Unterdessen ergreift ein dunkler Magus, Nôd'onn, eine grausame Chance nach Macht und beginnt, gemeinsam mit den Orks und den Albae das Geborgene Land zu unterwerfen. Als die Zwerge von der Gefahr für die Menschen, Elben und Zwerge erfahren, stellen sie zwei kleine Trupps Zwerge zusammen, die unabhängig voneinander versuchen wollen, die sagenumwobene Feuerklinge herzustellen, mit der man den Dämon Nôd'onn bekämpfen und auch besiegen kann. Doch diese Reise ist lebensgefährlich und stellt Tungdil und seine Gefährten vor viele Prüfungen.

Cover:
Auch wenn ich das Hörbuch gehört und nicht das Buch gelesen habe, gehört dazu ein Cover. Dieses ist schlicht, aber passend. Im Umriss einer Axt sehen wir einen Zwerg, der selbst mit Axt und Schild bewaffnet ist und gerade zu kämpfen scheint. Im Hintergrund ist ein Gebirge zu sehen - womöglich das Graue Gebirge? Dafür gibt es auf jeden Fall einen Daumen Hoch von mir.

Schreibstil / Sprecher: 
Der Schreibstil von Markus Heitz hat mir persönlich gut gefallen. Viele kritisieren seine Ausschweifungen, wenn es um Schlachten, Gewalt und Blut geht, doch ich persönlich habe da nichts dagegen und lese Kampfszenen besonders gerne, wenn sie etwas detaillierter sind. Dafür habe ich - ähnlich wie andere - zu kritisieren, dass Heitz an anderen Stellen zu sparsam ist mit dem Schreiben: beispielsweise was die Geschichte und den Aufbau des Geborgenen Landes angeht. 
Der Sprecher, Johannes Steck, konnte mich für sich gewinnen. Er liest das Buch sehr gut, sodass ich als Zuhörer mich gut in die Geschichte hineinversetzen konnte.

Geschichte / Inhalt: 
Ich bin ein RIESENgroßer Herr-der-Ringe-Fan, weshalb ich bei "Die Zwerge" natürlich nicht widerstehen konnte. Die Geschichte hat mir insgesamt sehr gefallen, auch wenn vieles vorhersehbar war und bei manchen Sachen zu sehr, bei anderen widerum zu wenig ins Detail gegangen wurde. Tungdils Abenteuer ist spannend, ereignisreich, abwechslungsreich und bietet somit vieles, was ein Leser / Hörer erwartet. 

Charaktere:
Neben den Zwergen gehören auch Menschen, Elben, Orks, Albae und Magier zu den Charakteren im Geborgenen Land. Die Zwerge, welche natürlich die Haupt-Protagonisten sind, entsprechen genau dem Bild von Zwergen, das ich seit Der Herr der Ringe habe: kampflustig, handwerklich begabt, rau, trotzdem liebenswert, sie lieben die deftigen Speisen und gutes Bier und kämpfen für das Wohl Aller. Andere Eigenschaften kommen Dank Markus Heitz noch hinzu.
Neben Tungdil gibt es viele weitere Charaktere, von denen mir die meisten sehr sympathisch waren. Gerade die Gruppe, die sich im Laufe des Buches um Tungdil bildet, stellt eine interessante Mischung dar.
Das Zusammenleben unter den Völkern ist realistisch dargestellt. Die Menschen haben Vorurteile gegenüber den Zwergen, die Zwerge hassen die Elben von Natur aus und die Elben die Zwerge, und Orks und Albae sind die Feinde aller.
Durch die unterschiedlichen Clans der Zwerge verhindert Markus Heitz, dass es nur ein monotones Zwergenvolk gibt. Jeder Clan hat seine speziellen Charakterzüge und Fertigkeiten, wodurch eine gute Mischung entsteht.

Fazit:
Die Zwerge ist mit Sicherheit nicht gleichzusetzen mit Der Herr der Ringe, doch wer das Fantasy Genre mag und Frodos Abenteuer gerne gelesen / gesehen hat, der ist auch mit Tungdil und seinen Reisegefährten gut bedient. Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen und ich kann es nur weiter empfehlen!

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌗 (50/100)
Inhalt: 🌖 (75/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

Bereits gelesen, aber noch nicht rezensiert habe ich: Berühre mich. nicht., Verliere mich. nicht. und Das Paket. Also bis bald!

Eure Anna 😇