13. Oktober 2017

Rezension: Morgen lieb ich dich für immer

Für immer war nicht Schmerz und Leid.
Für immer war mein Herzschlag und die Hoffnung auf morgen.
Für immer war einfach nur das Versprechen auf mehr.
Für immer war ein Prozess.
Und ich konnte nicht für immer warten.
("Morgen lieb ich dich für immer" von Jennifer L. Armentrout, cbt)


 "Morgen lieb ich dich für immer" von Jennifer L. Armentrout

cbt Verlag

ISBN 978-3-570-31141-7

12,99€

Umfang: 538 Seiten

Inhalt:
Mallory und Rider kennen sich seit ihrer Kindheit. Sie sind gemeinsam bei Pflegeeltern aufgewachsen, von denen sie nicht geliebt, geschweige denn gemocht wurden. Alkoholmissbrauch und körperliche Gewalt standen an der Tagesordnung. Nur dank Rider hat Mallory diese Jahre überleben und dieser Welt schließlich entfliehen können. Vier lange Jahre lebt sie nun schon bei ihren liebevollen Pflegeeltern Carl und Rosa. Vier lange Jahre hat sie Rider nicht gesehen oder gesprochen. Doch die Vergangenheit hat Spuren bei Mallory hinterlassen. Sie hat große Schwierigkeiten mit dem Kontakt zu anderen Menschen, vor allem da es sie extreme Überwindung kostet, überhaupt zu reden. Trotzdem wagt sie den Beginn ihres letzten High School Jahres an einer richtigen Schule. Als sie dort Rider - ihrem Rider, ihrem Retter, ihrem Freund, dem einzigen Menschen, dem sie jemals vertraut hat - begegnet, scheint ihre Welt für einen Moment stehen zu bleiben. Sie lernt den neuen, veränderten Rider kennen, und muss bald feststellen, dass nicht alle seine Veränderungen positiver Natur waren. Als Riders Leben immer mehr aus dem Ruder läuft, muss Mallory darum kämpfen, ihre eigene Zukunft und die von Rider zu retten.

Cover:
Das Cover von Morgen lieb ich dich für immer ist schlicht schön. Viel mehr brauche ich an dieser Stelle nicht dazu sagen.

Schreibstil:
Erstaunlicher Weise ist dies das erste Buch, das ich von Jennifer L. Armentrout lese, und es wird nicht das letzte sein. Der Schreibstil der Autorin ist wunderschön, ergreifend und fesselnd. Nicht nur die Geschichte, sondern auch der Stil, in dem sie geschrieben wurde, hat mich mehr als ein Mal zum Lächeln und ebenfalls zum Weinen gebracht (ja, ich musste tatsächlich hin und wieder eine Träne verdrücken). In den Zeilen dieses Romans liegt unglaublich viel Gefühl, was das Ganze für den Leser echt anfühlen lässt.

Geschichte / Inhalt:
Ich bin normalerweise kein großer Freund von reinen Liebesgeschichten. Normalerweise gehört für mich immer ein anderes Genre dazu, sei es Fantasy, Science Fiction oder etwas anderes. Reine Liebesromane lese ich höchst selten, doch in diesem Fall bin ich froh, dass ich es getan habe. Die Geschichte von Morgen lieb ich dich für immer ist wahnsinnig schön und ergreifend, sodass ich von der ersten Seite an mit Mallory mitfühlen konnte. Dazu hat jede Wendung, jeder Charakter, jedes Ereignis des Romans beigetragen.

Charaktere:
Charaktere gibt es hier einige, und ich habe sie alle lieb gewonnen. Wir haben Mallory und Rider, Mallorys Pflegeeltern Rosa und Carl, ihre beste Freundin Ainsley, die Familie, bei der Rider wohnt (also Hector und sein Bruder Jayden, und natürlich deren liebevolle Großmutter), außerdem Paige (Riders feste Freundin) und Keira, ein Mädchen, mit dem Mallory sich an der Schule anfreundet. Sie alle haben einen Teil an dieser Geschichte und machen sie zu dem, was sie ist. Wie gesagt, ich habe sie alle lieb gewonnen - ja, sogar Paige, auch wenn sie sich den Großteil des Romans über wie eine eifersüchtige Zicke aufführt.
Ausführen möchte ich nur Mallory und Rider. Mallory ist ein toller Charakter. Jennifer L. Armentrout schafft es, dass man als Leser sofort mit ihr mitfühlt. Ihre Gedanken wurden für mich lebendig und ihre Gefühle fühlten sich echt an. Ein ums andere mal musste ich Lachen, wenn Mallory nach Lachen zumute war, und weinen, wenn etwas schlimmes passiert ist. Der Autorin gelingt es, diese wunderschöne Geschichte durch Mallorys Augen zu erzählen, sodass der Leser Teil dieser Geschichte wird.
Ähnliches gilt für Rider. Zwar wird der Roman nicht aus seiner Sicht erzählt, doch erhalten wir Einblick in seine Vergangenheit durch Rückblicke und Erinnerungen von Mallory. Er ist ein sehr komplizierter Charakter, und doch ist er einfach gestrickt, denn für ihn gibt es nichts wichtigeres als Mallory und ihre Sicherheit. Seine Liebe für sie ist so tief und so echt, dass ich eine Gänsehaut bekommen habe, wenn diese Liebe auch in Worten greifbar gemacht wurde.

Fazit:
Hier gibt es, glaube ich, nicht mehr viel zu sagen. Ich habe mich in diesem Roman verlieren können, so wie es mit einem guten Buch sein sollte. Ich wollte aus dieser Geschichte gar nicht mehr auftauchen, und ich finde es sehr schade, dass ich nun auch die letzte Seite gelesen habe und mit dem nächsten Buch weitermachen muss.
Vielen, vielen Dank and MUKK und die dortige Bücherabteilung für dieses grandiose Rezensionsexemplar!

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌕 (100/100)
Inhalt: 🌕 (100/100)
Charaktere: 🌕 (100/100)
Gesamtpaket: 🌕 (100/100)

Eure Anna

2. Oktober 2017

Rezension: Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen

Eine machtvolle Liebe,
geschrieben in Tinte und Blut.
 ("Die Fabelmacht-Chroniken" von Kathrin Lange, Arena)





"Die Fabelmacht-Chroniken - Flammende Zeichen" von Kathrin Lange

Arena

ISBN 978-3-401-60339-1

18,00€

Umfang: 409 Seiten

Inhalt: 
Als Mila im Gare de l'Est in Paris auf Nicholas trifft, den Jungen, über den sie seit Jahren Geschichten schreibt und der aussieht, als sei er einer dieser Geschichten soeben entschlüpft, steht ihre Welt Kopf. Dass sie sich über die Jahre in den Nicholas aus ihren Notizbüchern verliebt hat, macht das Ganze nicht einfacher. Mila gerät in eine Spirale aus Ereignissen, die immer gefährlicher zu werden drohen, bis es um Leben und Tod geht. Gemeinsam mit Eric, den sie ebenfalls in Paris kennenlernt, und Nicholas kommt Mila einer geheimen Macht auf die Spur, die in ihr schlummert. Als sie erfährt, dass dieselbe Macht auch Nicholas innewohnt, beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit und gegen eine Geschichte, die bereits geschrieben wurde, deren Ende bereits feststeht.

Cover:
Das Cover von Die Fabelmacht-Chroniken gefällt mir. Die türkisblauen und orangenen Nebelwolken sehen aus wie Tinte, die sich im Wasser verteilt, was gut zur Thematik des Schreibens passt. Ebenso passend sind die Gebäudeumrisse der Sehenswürdigkeiten in Paris, die am unteren Bildrand zu sehen sind. Insgesamt wirkt das Cover geheimnisvoll und verzaubert.

Schreibstil:
Der erste Band der Fabelmacht-Chroniken ist das erste Buch, das ich von Kathrin Lange lese. Die Autorin hat eine geheimnisvolle Art zu schreiben, mit der sie den Leser recht schnell in ihren Bann ziehen kann. Dadurch, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, erfahren wir als Leser mehr Hintergründe, als die Protagonistin Mila selbst, was es umso interessanter macht mitzuverfolgen, wie Mila den Geheimnissen rund um ihre Gabe - die Fabelmacht - auf die Spur kommt. 

Geschichte / Inhalt:
Wie ihr wisst, möchte ich nicht zu viel verraten, für den Fall, dass einige von euch das Buch noch nicht gelesen haben, dies aber noch tun möchten. 
Ich muss sagen, dass mir die Idee hinter der Geschichte ausgesprochen gut gefallen hat. Ein bisschen hat mich die Fabelmacht, also die Gabe, etwas zu schreiben, was schließlich Wirklichkeit wird, ein wenig an Tintenherz erinnert, aber abgesehen davon ist mir diese Idee neu und somit sehr willkommen. Heutzutage ist es schwierig, etwas zu schreiben, wovon der ein oder andere Leser noch nichts gelesen haben. Meiner Meinung nach ist dies Kathrin Lange aber gelungen. 
Mit Paris als Schauplatz wirkt das Ganze natürlich noch magischer. Nicht nur die verworrene Liebesgeschichte passt hier gut hin, sondern auch die vielen Geheimnisse und die Fabelmacht selbst. 

Charaktere:
Ja, die Charaktere. Da haben wir einige, und ich halte jeden einzelnen für wichtig, trotzdem beschränke ich mich auf "die wichtigsten":
Mila ist die Protagonistin. Sie war mir auf Anhieb sympathisch. Ihre Art zu denken, zu reden und Entscheidungen zu treffen hat mir gut gefallen und somit fiel es mir leicht, mich in sie reinzuversetzen. Das Einzige, was ich an ihr kritisieren möchte, sind ihre unglaublich starken Gefühle für Nicholas. Mir ist bewusst, was die Autorin sich dabei gedacht hat, nämlich dass Mila seit Jahren über ihn schreibt und er dadurch für sie so lebendig wird in ihren Geschichten, dass sie sich in ihn verliebt. Trotzdem war das der einzige Punkt, den ich nicht so gut nachvollziehen / verstehen konnte, auch wenn mir der Gedanke dahinter klar ist. Das soll aber nur ein klitzekleiner Kritikpunkt sein.
Nicholas wird dem Leser auf zwei unterschiedliche Weisen präsentiert. Auf der einen Seite ist er anfangs unsympathisch, mürrisch, düster und mysteriös. Diese Seite lernt Mila anfangs kennen. Auf der anderen Seite ist er besorgt, mitfühlend, ängstlich und verletzlich, was an den Stellen deutlich wird, in denen aus seiner Sicht geschrieben wird. Das macht ihn zu einem sehr interessanten Charakter, obwohl er meiner Meinung nach ab und zu eeeeetwas zu mysteriös ist.
Eric ist als Charakter gut gelungen, auch wenn im ersten Band dieser Reihe noch nicht ganz deutlich wird, was für eine Rolle er noch spielen wird. Auch seine Verbindung zu Mila ist noch nicht ganz nachvollziehbar für mich als Leser. Trotzdem hat mir seine direkte Art gut gefallen, und da er ebenfalls in Mila verliebt ist, gestaltet sich ein interessantes "Liebes-Dreieck" (die Anführungszeichen deshalb, weil es kein typisches Liebes-Dreieck ist - aber was ich damit meine müsst ihr selbst herausfinden!).

Fazit:
Ich habe es genossen, Die Fabelmacht-Chroniken zu lesen. Es handelt sich um ein einfaches, nicht zu schwer verdaubares aber trotzdem sehr schönes Buch.Wer Lust auf eine Fantasy-Liebesgeschichte in Paris hat, ist mir Kathrin Langes Roman bestens bedient. 
Ich freue mich auf den nächsten Band!

Cover: 🌖 (75/100)
Schreibstil:🌖 (75/100)
Inhalt:🌕 (100/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌖 (75/100)

An dieser Stelle möchte ich mich bei der Bücherabteilung von MUKK in Münster bedanken. Freundlicherweise durfte ich mir dieses und weitere Rezensionsexemplare ausleihen, sodass ich mit tollem Lesestoff versorgt bin. Vielen lieben Dank! 

Eure Anna

20. September 2017

Rezension: Einzig

Stell dir vor, dein Leben dauert nur 365 Tage.
Danach lebt jemand anderes dein Leben weiter.
Denn du bist nicht allein.
Du bist nicht einzig.
Du bist nur eine von vielen.
Und dir rennt die Zeit davon.
("Einzig" von Kathryn Evans, Fischer Verlag)





"Einzig" von Kathryn Evans

Fischer

ISBN 978-3-7335-0297-3

12,99€

Umfang: 362 Seiten

Inhalt:
Teva ist die 16-jährige Version ihres Ichs. Sie löst sich von ihrer 15-jährigen Version ab, die in Zukunft - genau wie die neun anderen Versionen von Teva (welche im Alter von 6 bis 14 sind) - den Rest ihrer Zeit in dem alten und abgeschotteten Haus verbringen muss, in dem sie leben. Teva hat nun genau ein Jahr Zeit, bis Siebzehn sich von ihr abspalten und ihr Leben übernehmen wird. In diesem Jahr darf sie das Haus verlassen, zur Schule gehen und unter ihren Mitmenschen leben. Fünfzehn ist unglaublich sauer, sie fühlt sich betrogen, da Teva, also die 16-jährige Teva, ihre beste Freundin Maddy und ihren festen Freund Ollie "übernimmt". 
Teva ist mit der Situation nicht zufrieden und fängt an, unauffällig nach Hilfe zu suchen. All das führt zu großen Schwierigkeiten, sowohl mit ihrer Mutter, die dieses unglaubliche Geheimnis hüten und die Mädchen beschützen will, als auch mit Fünfzehn, Maddy, Ollie und dem gutaussehenden und überhaupt nicht schüchternen Tommo. Doch Teva ist fest davon überzeugt, ihr Leben zu leben, und zwar länger als nur ein Jahr lang.

Cover:
Das Cover des Buches ist wirklich interessant gestaltet, sofern man weiß worum es geht. Wir sehen das Gesicht eines Mädchens, das am Titel des Romans gespiegelt wird. Dadurch entstehen zwei "Versionen" desselben Mädchens, was natürlich ausgesprochen gut zum Inhalt von Einzig passt. Die silbrig glänzende Oberfläche wirkt zusätzlich ansprechend. 

Schreibstil: 
Der Schreibstil von Kathryn Evans gefällt mir, er ist einfach und schlicht, aber vollkommen passend für diese Geschichte, da dem Leser so auf verständlichem Weg diese komplexe Welt - und vor allem Gefühlswelt - nahe gebracht wird. 

Geschichte / Inhalt:
Bevor ich zu den Charakteren komme, muss ich etwas zum Inhalt des Buches loswerden. Ich gebe zu, dass es der Roman von Kathryn Evans nicht geschafft hat, mich zu begeistern. Ich war Anfangs eine ganze Zeit lang hin und her gerissen, ob ich die Idee hinter der Geschichte für komplex und extrem (im positiven Sinne) halte, oder doch eher für zu abgedreht und "abgespaced",wie ich gerne sage. Leider muss ich sagen, dass auch nach Beenden des Buches meine Meinung eher zu abgedreht neigt. Ich bin mir sicher, dass hinter Einzig eine riesen Menge an Überlegungen steckt, und ich habe eine solche Geschichte bisher noch nie gelesen (was wirklich etwas heißen will, denn heutzutage finden sich in beinahe jedem Jugendroman Ähnlichkeiten zu anderen Romanen), aber dennoch hat mir das Buch nicht so gut gefallen. 

Charaktere:
Charaktere gibt es natürlich viele, alleine schon aufgrund der 6-, 7-, 8-, 9-, 10-, 11-, 12-, 13-, 14-, 15- und 16-jährigen Version von Teva. Was ich hier schön fand, ist, dass sich jede einzelne Version ihrem Alter entsprechend verhält und zu ihrem Alter passende Eigenschaften besitzt. Dadurch sind sie sehr unterschiedlich. So ist die 8-jährige Teva eine begeisterte Detektivin und ein großer Fan der "Fünf Freunde"-Reihe, Vierzehn ist mürrisch, Zwölf und Dreizehn sind beinahe wie Zwillinge und verbringen ihre Zeit in dem großen Haus größtenteils zusammen, Sieben bewundert Vierzehn für ihre Coolness, Elf ist ein Fan von Harry Potter, Sechs ist zurückhaltend und schüchtern und Fünfzehn ist einfach nur wütend über ihr Schicksal. Insgesamt bieten also allein diese 11 Versionen von Teva eine gute Mischung an Charakteren. 
Tevas Mutter war mir von Anfang an unsympathisch, da es ihr bloß darum geht, die Mädchen Zuhause zu halten und sie zu verstecken, was mehrere von ihnen zurecht als Einsperren empfinden. 
Maddy ist eine typische beste Freundin, wie sie in vielen Büchern zu finden ist. Ein bisschen abgedreht und dem Leser vom ersten Augenblick an sympathisch. 
Ollie tat mir beim Lesen leid. Er ist total verliebt in Teva, aber eben in die 15-jährige Teva, die sich charakterlich von der 16-jährigen Teva unterscheidet. Das führt unweigerlich zu kleinen Krisen in ihrer Beziehung, die sich Ollie aber nicht wirklich erklären kann. Auch wenn er hin und wieder etwas dummes sagt oder tut, ist er doch ein guter Charakter in diesem Buch.
Es bleibt bloß noch ein wichtiger Charakter, und das istTommo. Tommo habe ich sofort gemocht, er ist ziemlich überzeugt von sich selbst, aber trotzdem sehr nett und lustig, weshalb auch Teva ihn interessant findet. 

Fazit:
Wie bereits gesagt hat mir Einzig leider nicht gefallen. Das liegt einfach daran, dass ich die Geschichte zu abgedreht finde und auch die Auflösung zu lange auf sich hat warten lassen. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass die Charaktere gut ausgearbeitet sind und das Ganze schön geschrieben ist. 
Wem diese Geschichte also nicht zu verrückt ist, dem empfehle ich natürlich, Einzig selbst einmal zu lesen!

Cover:🌖 (75/100)
Schreibstil: 🌖 (75/100)
Inhalt: 🌗 (50/100)
Charaktere: 🌖 (75/100)
Gesamtpaket: 🌗 (50/100)

Eure Anna